Antenne Koblenz Der Supermix - greatest Hits und das beste von heute
Am Abend des dritten Dezember sorgten ungewöhnliche Szenen auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt für Aufmerksamkeit: Sängerinnen und Sänger mit zugeklebten Mündern standen schweigend vor dem Publikum. Mit dieser symbolischen Aktion protestierten sie gegen die hohen Gebühren der GEMA, die Chorauftritte im Rahmen des Weihnachtsmarktes nahezu unmöglich machen.
Eigentlich sollten die Chöre als Teil eines „Singenden Adventskalenders“ für weihnachtliche Stimmung sorgen. Geplant waren 13 halbstündige Auftritte an Wochentagen. Doch die Kosten übersteigen laut Kreis-Chorverband jede Machbarkeit: Über 1.200 Euro pro Auftritt, insgesamt mehr als 15.000 Euro. Berechnungsgrundlage ist die gesamte Fläche des Weihnachtsmarktes – eine neue Praxis, die den Veranstaltern die Hände bindet.

Einheitstarif sorgt für Unmut
Hintergrund ist ein pauschaler Tarif, den die GEMA seit Kurzem auf Freiluftveranstaltungen wie Weihnachtsmärkte anwendet. Laut GEMA gab es keine eigentliche Gebührenerhöhung, sondern lediglich inflationsbedingte Anpassungen eines 2018 ausgehandelten Tarifs. Weihnachtsmärkte würden dabei wie Stadtfeste behandelt.
Für den Koblenzer Kreis-Chorverband ist dies jedoch ein herber Schlag: „Früher konnten wir unsere Auftritte kostenfrei gestalten, um die Vorweihnachtszeit mit Musik zu bereichern und gleichzeitig Spenden für soziale Projekte zu sammeln“, erklärt Verbandsvorsitzender Dietmar Weidenfeller. Die neuen Gebühren stellen das bisherige Konzept auf den Kopf.
Ein stiller Hilferuf
Mit ihrem Protest wollen die Chöre nicht nur auf die finanziellen Belastungen aufmerksam machen, sondern auch ein Zeichen für alle Kulturschaffenden setzen, die von ähnlichen Regelungen betroffen sind. „Musik ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur, doch diese Kostenstruktur macht es schwierig, kulturelles Engagement aufrechtzuerhalten“, so eine Sprecherin des Chorverbandes.
Die GEMA zeigt sich derweil unbeeindruckt: Der Tarif sei bereits 2018 mit Veranstaltern ausgehandelt worden, und eine neue Lizenzierungsvereinbarung mit dem Chorverband bestehe bereits für das Jahr 2024.
Für viele Besucher des Koblenzer Weihnachtsmarkts bleibt die Adventszeit in diesem Jahr ohne die gewohnten Chorauftritte. Statt weihnachtlichem Gesang gab es nun einen stillen Protest – ein eindrucksvolles Bild, das die Problematik umso lauter in den Raum stellt.
geschrieben von Alina Eultgem
Geschrieben von: Redaktion
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