
TuS Koblenz zwischen langer Pokal-Tradition mit dem VfB Wissen und aktueller Aufstiegshoffnung: Tabellenplatz drei und Finaleinzug im Rheinlandpokal.
Wer sich mit der TuS Koblenz beschäftigt, landet schnell in zwei ganz unterschiedlichen Erzählsträngen. Da ist zum einen die lange Historie, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht und eng mit dem VfB Wissen verknüpft ist. Und da ist zum anderen das, was gerade auf dem Platz passiert: eine Mannschaft, die sportlich wieder nach oben will. Beides gehört zusammen, beides erzählt etwas über diesen Verein aus der Rhein-Mosel-Region.
Wie der VfB Wissen in einem Rückblick zum erneuten Pokalduell beider Vereine schreibt, reicht die gemeinsame Geschichte bis zu Freundschaftsspielen in den 50er Jahren zurück. Schon am zweiten Weihnachtstag 1957 standen sich beide Teams gegenüber. Danach folgten über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Pokal- und Meisterschaftsspiele, mal in der Rheinlandliga, mal in der Oberliga.
Besonders bemerkenswert: Laut VfB Wissen liefen im Laufe der Jahre erstaunlich viele Spieler für beide Vereine auf, darunter Namen wie Andreas Nick, Albert Hilger, Oliver Ackermann oder Scott Burnside. Der Verein, der heute als TuS Koblenz firmiert, trug früher den Namen TuS Neuendorf, bevor die Umbenennung erfolgte.
Die Kräfteverhältnisse zwischen beiden Clubs verschoben sich im Laufe der Zeit immer wieder. Nach Angaben des VfB Wissen zählten die Jahre zwischen 1981 und 1994 nicht zu den stärksten Phasen der Koblenzer Vereinsgeschichte, ehe 1994 der Aufstieg in die Oberliga gelang und sich die Entwicklung beider Vereine in unterschiedliche Richtungen bewegte. Die jüngeren Duelle fanden dann ausschließlich im Pokal statt: 2015 im Viertelfinale, 2018 sogar im Halbfinale um den Finaleinzug. Nun kommt es laut VfB Wissen erneut zu einem Pokalspiel im Dr.-Grosse-Siegstadion zwischen beiden Traditionsvereinen.
Während die Geschichte zurückreicht, ist die Gegenwart der TuS Koblenz geprägt von einer ordentlichen Oberliga-Saison. Wie der 1. FC Kaiserslautern im Zusammenhang mit einem Spiel seiner U21 mitteilt, stand die TuS Koblenz zum damaligen Zeitpunkt auf dem dritten Tabellenplatz und hatte bei acht Punkten Rückstand auf Pirmasens noch eine Restchance auf die Aufstiegsrelegation.
Zuletzt habe Koblenz nach Angaben des FCK gegen Wormatia Worms und gegen den FV Eppelborn gewonnen. Dazu kommt ein handfester sportlicher Erfolg abseits der Liga: Anfang April gelang der TuS laut FCK der Einzug ins Finale des Rheinlandpokals. Dort trifft Koblenz Ende Mai auf Eintracht Trier – ein Endspiel, das für den Verein durchaus Gewicht hat, schließlich eröffnet ein Pokalsieg zusätzliche Perspektiven.
Das Spiel der U21 des FCK bei der TuS Koblenz fand laut Vereinsmitteilung am Dienstag, den 12. Mai 2026, statt – vorverlegt auf den Abend, weil die Lauterer Nachwuchself zeitgleich beim Finaltag der Amateure gefordert war. Anpfiff war um 19:00 Uhr im Stadion Oberwerth, der Heimspielstätte der TuS. U21-Trainer Alexander Bugera wird vom FCK mit den Worten zitiert, die TuS Koblenz stehe defensiv sehr gut und habe nur wenige Niederlagen in der laufenden Saison kassiert.
Die sportliche Lage ist eng gestrickt: Ein Erfolg der U21 des FCK hätte laut Vereinsmitteilung den Vorsprung auf den FK Pirmasens vergrößern können, sodass der Konkurrent am folgenden Mittwoch in Engers hätte nachlegen müssen, um den Rückstand zu verkürzen. Das zeigt, wie viel in der Oberliga aktuell von einzelnen Spieltagen abhängt – auch für Vereine, die nicht direkt gegeneinander antreten.
Für die TuS Koblenz selbst bedeutet das: Die Aufstiegsrelegation ist rechnerisch noch drin, hängt aber von den eigenen Ergebnissen genauso ab wie von denen der Konkurrenz. Dazu kommt das Pokalfinale gegen Eintracht Trier, das dem Verein eine zusätzliche Chance auf einen erfolgreichen Saisonabschluss gibt.
Die TuS Koblenz steht gerade an einem interessanten Punkt. Auf der einen Seite die über Jahrzehnte gewachsene Rivalität mit Vereinen wie dem VfB Wissen, dokumentiert in unzähligen Pokalduellen und Meisterschaftsspielen seit den 1950er Jahren. Auf der anderen Seite eine Mannschaft, die im Hier und Jetzt um den Aufstieg mitspielt und sich im Pokal ein Finale gesichert hat.
Wer durch Koblenz läuft und am Stadion Oberwerth vorbeikommt, läuft an einem Stück Fußballgeschichte vorbei – und an einer Mannschaft, die gerade zeigen will, dass sie mehr kann als Tradition. Vielleicht ist das ja der Grund, warum sich so viele Menschen in der Region für diesen Verein interessieren: Es geht nie nur um das eine Spiel, sondern immer auch um das, was davor war.






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