
Super E10 fällt laut ADAC zeitweise unter zwei Euro, auch Diesel wird günstiger. Wir zeigen, warum der Ölpreis sinkt und wie du beim Tanken sparst.
Wer in den letzten Tagen getankt hat, dem ist es vielleicht schon aufgefallen: Die Preise gehen wieder nach unten. Nach aktuellen ADAC-Zahlen kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt 2,041 Euro – das sind 4,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich um 2,9 Cent auf 2,260 Euro je Liter. Kurz vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr rutschte der Durchschnittspreis für Super E10 laut ADAC sogar zeitweise unter die Zwei-Euro-Marke. Das klingt erstmal nach einer guten Nachricht für alle, die hier in der Rhein-Mosel-Region jeden Tag ins Auto steigen müssen, ob zur Arbeit nach Koblenz rein oder raus ins Umland.
Der Grund für den Rückgang liegt vor allem am Rohölmarkt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete laut ADAC zuletzt rund 104 US-Dollar und damit etwa zehn Dollar weniger als eine Woche zuvor. Der Automobilclub macht deutlich: Angesichts dieser Entwicklung beim Ölpreis sollten an den Tankstellen eigentlich noch weitere Preisrückgänge möglich sein. Ganz ausgestanden ist die Lage aber nicht, denn Diesel bleibt mit einem Abstand von knapp 22 Cent je Liter zu Super E10 weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
Dass sich die Kraftstoffpreise gerade so gegensätzlich entwickeln, ist kein neues Phänomen. Wir hatten in einem früheren Beitrag schon beschrieben, warum der Tankrabatt im Oktober vor allem Benzin günstiger gemacht hat, während Diesel sich zäher zeigte. Genau dieses Muster setzt sich fort, wenn auch mit neuen Vorzeichen. Laut ADAC war Super E10 Ende Oktober im Vergleich zur Vorwoche um 2,6 Cent gesunken, während Diesel zu diesem Zeitpunkt sogar um 3,4 Cent gestiegen war – damals lag der Liter Super E10 bei 2,084 Euro, Diesel bei 2,289 Euro. Der ADAC erklärte das unter anderem mit der angespannten Lage auf den internationalen Dieselmärkten und der mit der kälteren Jahreszeit steigenden Nachfrage nach Heizöl, die den Dieselpreis zusätzlich unter Druck setzt.
Jetzt, nur wenige Tage später, zeigt sich ein anderes Bild: Beide Sorten werden günstiger, Diesel zieht also wieder mit nach unten. Der deutliche Ölpreisrückgang scheint hier also der entscheidende Hebel zu sein – stärker als die saisonalen Effekte, die zuletzt noch für steigende Dieselpreise gesorgt hatten.
Nicht vergessen werden darf dabei der Tankrabatt, der seit dem 1. Oktober läuft und bis Ende Dezember gilt. Bund und Länder hatten sich angesichts der Allzeit-Höchststände bei Benzin und Diesel darauf verständigt, die Energiesteuer auf beide Kraftstoffe um 14 Cent zu senken. Inklusive Mehrwertsteuer ergibt das laut ADAC eine Steuererleichterung von knapp 17 Cent je Liter. Dieser Rabatt bildet also weiterhin die Grundlage, auf der sich die aktuellen Marktbewegungen abspielen – der jüngste Preisrückgang kommt obendrauf.
Mit Blick nach vorn lohnt sich auch ein Blick auf die Politik: Die Bundesregierung hatte Ende September angekündigt, mit der Mineralölwirtschaft Gespräche über einen Spritpreisdeckel aufzunehmen, der spätestens zum 1. Januar 2027 nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens eingeführt werden soll. Besondere Priorität habe dabei die Versorgungssicherheit, heißt es vom ADAC. Der Automobilclub hat zur Versachlichung der Debatte außerdem eine Studie zur Regulierung im Kraftstoffmarkt beim Düsseldorf Institute for Competition Economics in Auftrag gegeben, die unterschiedliche Regulierungsansätze und ihre Folgen für Preise und Wettbewerb untersucht.
Ein Dauerbrenner in der Debatte ist die sogenannte 12-Uhr-Regel, nach der Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen dürfen. Der ADAC fordert deren Abschaffung. Zwar habe die Regel die Zahl der täglichen Preisänderungen reduziert und den Zeitpunkt der Erhöhung vorhersehbarer gemacht, die Preise selbst habe sie aber keineswegs gesenkt. Im Gegenteil: Die Preisdifferenz innerhalb eines Tages habe sich deutlich ausgeweitet. ADAC-Verkehrspräsident Peter König wird mit den Worten zitiert, wer mittags nach 12 Uhr tanken müsse, habe erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen ließen.
Für alle, die trotzdem das Beste aus der aktuellen Regelung herausholen wollen, bleibt der Rat simpel: kurz vor 12 Uhr an die Säule fahren. Genau dann sind die Preise im Tagesverlauf laut ADAC am niedrigsten, bevor es mittags wieder nach oben geht. Wer zusätzlich sparen will, kann mit der Spritpreis-App „ADAC Drive“ die aktuellen Preise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland rund um die Uhr vergleichen. Laut ADAC betragen die Preisunterschiede zwischen Tankstellen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, an Autobahntankstellen sogar deutlich mehr. Wer zudem auf das teurere Super E5 verzichtet und stattdessen E10 tankt, kann im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent je Liter sparen – sofern das Fahrzeug ab Produktionsdatum November 2010 gebaut wurde.
Die Zahlen sind bundesweite Durchschnittswerte, aber sie zeigen eine Richtung, die auch bei uns an den Tankstellen entlang des Rheins und der Mosel ankommt. Wer regelmäßig zur gleichen Uhrzeit tankt, merkt solche Bewegungen oft zuerst. Vielleicht ist das aktuell ein guter Moment, kurz vor Mittag mal bewusst auf den Preis zu schauen, bevor man zur Arbeit oder zum nächsten Termin fährt. Kleine Gewohnheiten, große Wirkung auf dem Kontoauszug am Monatsende – das kennt wohl jeder, der hier pendelt.






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