
Sandra Engels verarbeitet Trauer in einem autobiografischen Buch mit einem Zebra als Begleiter. Zwei Rezensionen zeigen, warum das Buch berührt und Mut macht.
Manchmal braucht es ein ungewöhnliches Bild, um etwas zu greifen, das sich eigentlich nicht in Worte fassen lässt. Trauer gehört zu diesen Dingen. Sandra Engels hat genau dafür ein Bild gefunden: ein Zebra im Kopf. Klingt erstmal schräg, oder? Aber genau darin liegt die Kraft ihres Buches „Mein Leben mit einem Zebra im Kopf“.
Wie der Blog Helgas Bücherparadies berichtet, handelt es sich um eine autobiografische Trauergeschichte. Es geht um Tod, Trauerbewältigung, Mut, Freundschaft, Vertrauen und den Glauben an die Liebe. Diese sehr persönliche Geschichte wird um eine fantasievolle Figur in Gestalt eines Zebras ergänzt, die dem Buch auch seinen Titel gegeben hat. Und dieses Zebra hat, wie der Blog weiter schreibt, ganz bewusst einen etwas lustigen Charakter bekommen — damit bei aller Tragik des Buches beim Lesen auch mal ein Lächeln bleibt.
Das kennt ihr vielleicht: Trauer ist selten nur schwer. Da ist Schmerz, aber eben auch Erinnerung, manchmal sogar Leichtigkeit. Genau diesen Zwiespalt greift das Buch auf. Nach Angaben des Blogs Dunkelrot verbindet „Mein Leben mit einem Zebra im Kopf“ Verlust, Erinnerungen und innere Unruhe mit einer ungewöhnlichen Bildsprache. Die Zebras begleiten die Autorin demnach wie kleine Gedankenwesen durch die Geschichte — manchmal tröstend, manchmal chaotisch, manchmal einfach nur präsent.
Diese Tiere stehen laut Dunkelrot nicht nur für die Trauer selbst, sondern auch für die Hoffnung auf Heilung. Sie symbolisieren die Dualität von Schmerz und Freude, die im echten Leben eben oft parallel existieren — nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. Im Verlauf des Buches werden die Zebras dabei mehr als bloße Begleiter: Sie werden zu einer Art Lehrer, die der Autorin helfen, ihre eigenen Emotionen zu verstehen.
Ein Thema, das im Trauerprozess oft untergeht, ist die Selbstakzeptanz. Wer trauert, verliert mitunter auch den Zugang zu sich selbst. Dunkelrot beschreibt, wie Sandra Engels genau das aufgreift: Sie zeigt, wie wichtig es ist, sich selbst zu akzeptieren und auch die eigenen Schwächen zuzulassen. Und sie ermutigt ihre Leserinnen und Leser dazu, sich nicht zu schämen, nach Hilfe zu fragen — sei es bei Freunden, der Familie oder professioneller Unterstützung.
Das ist kein kleiner Nebensatz. Gerade in einer Region wie unserer, in der man sich oft kennt und trotzdem nicht immer über die schweren Dinge spricht, kann so ein Satz etwas anstoßen. Wer früh aufsteht und den Tag beginnt, trägt oft genug seine eigenen stillen Geschichten mit sich herum. Manchmal hilft es, zu lesen, dass man damit nicht allein ist.
Ein weiterer Baustein des Buches ist der Umgang mit Erinnerungen. Laut Dunkelrot zeigt Sandra Engels anhand eigener Beispiele, wie sie ihre Erinnerungen bewahrt und mit ihnen lebt. Erinnerungen werden hier zum Werkzeug — sie halten die verstorbene Person lebendig und lassen die schönen Momente nicht verblassen. Für viele Leserinnen und Leser kann das, so die Rezension, inspirierend sein.
Was das Buch besonders macht, ist offenbar nicht die perfekte Form. Dunkelrot beschreibt den Schreibstil als nicht perfekt formuliert, nicht geschniegelt — sondern ehrlich und direkt. Genau das erleichtert es Lesenden, sich mit den Themen zu identifizieren und die eigenen Emotionen zu reflektieren. Und vielleicht bleibt deshalb auch etwas davon hängen, lange nachdem man das Buch zugeklappt hat.
Auch optisch soll das Buch einiges zu bieten haben: Laut Dunkelrot ist es mit kleinen Extras wie einem Lesezeichen und liebevollen Details gestaltet — Kleinigkeiten, die zeigen, dass hier mit Sorgfalt gearbeitet wurde.
Trauer macht keinen Bogen um die Rhein-Mosel-Region. Sie sitzt mit am Küchentisch, fährt mit auf der Moselbrücke, wartet morgens beim ersten Kaffee. Bücher wie das von Sandra Engels zeigen, dass man dieses Gefühl nicht wegdrücken muss, um weiterzumachen. Manchmal hilft ein Zebra im Kopf mehr als tausend gut gemeinte Ratschläge.
Wer sich gerade mit Verlust auseinandersetzt oder jemanden kennt, dem es so geht — vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, kurz innezuhalten. Nicht, um alles zu lösen. Sondern um sich daran zu erinnern, dass Trauer und Hoffnung nebeneinander Platz haben dürfen.






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