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Koblenz blüht vor: Erste BUGA-Beete stehen in Lützel und Stolzenfels

Koblenz bepflanzt erste Flächen mit dem BUGA-2029-Staudenmix: In Lützel und Stolzenfels entstehen neue, insektenfreundliche Beete vor der Bundesgartenschau.

Redaktion
·
4. November 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 8 Minuten

Wenn die Gartenschau schon mal vorbeischaut

Bis zur Bundesgartenschau 2029 ist noch ein bisschen hin. Aber wer durch Lützel oder Stolzenfels spaziert, sieht schon jetzt, wohin die Reise geht. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz hat drei Flächen mit dem eigens für das Obere Mittelrheintal entwickelten BUGA-Staudenmix bepflanzt. Kein Testlauf irgendwo im Nirgendwo, sondern mitten im Alltag der Stadt — unter einer Brücke, an einer Bundesstraße. Genau dort, wo man sonst eher am Grün vorbeihuscht, als es bewusst wahrzunehmen.

Unterstützt wurden die Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtner dabei vom Staudenteam der Freunde der Bundesgartenschau Koblenz e. V. Vorstandsmitglied Wolfgang Dreyer erklärte dazu, das Staudenteam helfe immer gerne, wenn es um Premium-Grünflächen in Koblenz gehe. Diese Mischung aus ehrenamtlichem Einsatz und städtischer Pflege zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Projekt.

Lützel: Aus trist wird bunt

Direkt unter der Balduinbrücke, am Schüllerplatz in Lützel, lag bislang eine rund 100 Quadratmeter große Fläche, die vor allem eines war: Efeu, schattig und ziemlich düster. Das ändert sich jetzt. Schattenverträgliche Stauden ersetzen den alten Bewuchs, rund 1.300 Blühpflanzen und Gräser wurden dort gepflanzt. Die Dichte ist kein Zufall — sie soll verhindern, dass Wildkräuter wieder Oberhand gewinnen, und macht die spätere Pflege leichter. Zu den Leitstauden zählen hier Berg-Reitgras, Koralleniris und gelber Wald-Salbei. Man muss sich das nicht als Wildwuchs vorstellen, sondern als durchdachtes Zusammenspiel, das über Jahre hinweg Struktur behält.

Stolzenfels: Zwei Beete, zwei Welten

Auf dem Kapellener Platz an der Bundesstraße 9 in Stolzenfels sind gleich zwei neue BUGA-2029-Beete entstanden. Das sonnige Areal misst 18 Quadratmeter, das schattigere 48 Quadratmeter. Ab dem kommenden Jahr blühen in der Sonne unter anderem Blauraute, Sonnenhut und Pyrenäen-Aster. Wer schon mal Stauden gepflanzt hat, weiß: Geduld gehört dazu. Zwei bis drei Jahre dauert es in der Regel, bis mehrjährige Stauden ihre volle Pracht zeigen. Der bisherige, in die Jahre gekommene Bewuchs aus Sträuchern und Stauden wich einer Bepflanzung, die nicht nur schöner, sondern auch nachhaltiger und insektenfreundlicher ist.

Zwei Mischungen für unterschiedliche Orte

Hinter den Pflanzungen steckt ein System: Die Staudenmischungen „Rheinerwachen“ und „Rheintraum“ wurden speziell für die Region entwickelt. „Rheinerwachen“ eignet sich für sonnige, trockene Flächen, „Rheintraum“ für schattigere Bereiche. Beide sollen über lange Zeit attraktiv bleiben, Insekten Nahrung bieten und dabei mit vergleichsweise wenig Pflegeaufwand auskommen — ein Punkt, der gerade für öffentliche Flächen in Städten entscheidend ist. Entwickelt hat das Konzept die Landschaftsarchitektin und Staudenexpertin Bettina Jaugstetter. Ziel ist es, das öffentliche Grün im Oberen Mittelrheintal schon vor der Bundesgartenschau 2029 aufzuwerten und ein verbindendes Gestaltungselement zwischen den beteiligten Kommunen zu schaffen.

Wer mehr über die Staudenmischungen wissen möchte, findet weiterführende Informationen auf der Internetseite der BUGA 2029 unter buga29.de/buga-staudenmix.

Mehr als nur drei Beete

Andreas Drechsler von den Stadtgärtnern kündigte an, man plane, weitere Flächen mit der BUGA-Staudenmischung zu bepflanzen, um so auf blühende Weise zu zeigen, dass man zum Erfolg der BUGA 2029 beitragen wolle. Die Zusammenarbeit zwischen Stadtgärtnern und den BUGA-Freunden zeigt dabei, wie viel ehrenamtliches Engagement für die Gestaltung des städtischen Grüns bewirken kann. Auch Privatpersonen sind aufgerufen, ihre eigenen Flächen im Sinne der kommenden Bundesgartenschau aufzuwerten — ein kleiner Beitrag mit großer Wirkung, wenn viele mitmachen.

Das kennt ihr vielleicht: Man geht an einer Stelle seit Jahren vorbei, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Jetzt, mit neuen Farben und Strukturen, lohnt sich der zweite Blick. Vielleicht ist das schon die eigentliche Vorfreude auf 2029 — dass die Stadt nicht erst in drei Jahren aufblüht, sondern schon heute, Beet für Beet.

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