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Bopparder Riesling holt Sieg beim Mittelrhein-Wettbewerb der Landwirtschaftskammer

Ein Riesling aus Boppard ist Siegerwein 2026 am Mittelrhein. Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz kürte die besten Weine aus allen Anbaugebieten des…

Redaktion
·
5. November 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 9 Stunden

Ein Boppard-Riesling ganz oben auf dem Treppchen

Wer gerne mal ein Glas Wein von hier trinkt, kennt das Gefühl: Da steckt mehr drin als nur Rebensaft. Da steckt die Steillage drin, der Schiefer, die Mühe der Winzerfamilie. Genau das wurde jetzt wieder sichtbar, als die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ihre Siegerweine des Jahres gekürt hat. Für den Mittelrhein steht ein Name ganz oben: das Weingut Heilig Grab von Jonas Schoeneberger aus Boppard.

Ausgezeichnet wurde ein 2025er Riesling aus der Lage Bopparder Hamm, genauer aus dem Mandelstein – ein Riesling weiß Spätlese trocken mit geschützter Ursprungsbezeichnung Mittelrhein. In der Kategorie „Riesling trocken“ setzte sich der Wein gegen die Konkurrenz durch und holte den Sieg für das gesamte Anbaugebiet.

Wer sonst noch aufs Treppchen kam

Ganz allein steht Boppard am Mittelrhein nicht da. Auf Platz zwei landete laut Landwirtschaftskammer ein Riesling Hochgewächs der Firma Friedrich Scheidgen aus Rheinbrohl, Jahrgang 2025, ebenfalls mit Mittelrhein-Ursprungsbezeichnung. Den dritten Platz sicherte sich das Weingut Matthias Müller aus Spay mit einem Riesling aus dem Bopparder Hamm, Jahrgang 2025. Zwei der drei Mittelrhein-Spitzenweine kommen damit aus Boppard und Umgebung – das sagt einiges über die Lagenqualität entlang dieses Rheinabschnitts.

Die Urkunden wurden in Bekond überreicht. Dabei dabei waren Kammerpräsident Michael Horper, Mittelrhein-Weinprinzessin Jill Rüttgen und Weinmajestät „Burgundia“ Jona Marie Esser aus Ahrweiler, die laut Landwirtschaftskammer gemeinsam die Urkunden für Siegerweine und Siegerbrände übergaben. Geehrt wurden an diesem Termin auch die Sieger von Mosel und Ahr.

Der Wettbewerb in Zahlen

Wie groß dieser Wettbewerb tatsächlich ist, zeigen die Zahlen der Landwirtschaftskammer: Insgesamt wurden im abgelaufenen Prämierungsjahr 8.286 Weine, Sekte und Perlweine bewertet. 636 Betriebe aus ganz Rheinland-Pfalz haben ihre Erzeugnisse eingereicht. Die Prüferinnen und Prüfer vergaben dabei 2.612 Mal die Goldene, 3.630 Mal die Silberne und 1.377 Mal die Bronzene Kammerpreismünze.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz beschreibt die Landeswein- und Sektprämierung selbst als eine ihrer originären Aufgaben – und als einen der größten Wettbewerbe seiner Art. Allein im Anbaugebiet Pfalz nehmen jährlich über 500 Betriebe mit mehr als 8.000 Weinen und Sekten teil. Die besten Betriebsergebnisse werden zusätzlich vom Land Rheinland-Pfalz mit Staatsehrenpreisen gewürdigt, dazu kommen Ehrenpreise von Landkreisen, Städten und weinbaulichen Institutionen.

Nicht nur der Mittelrhein feiert

Natürlich hat nicht nur der Mittelrhein in diesem Jahr Grund zur Freude. An der Ahr setzte sich die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr mit einem Spätburgunder aus der Lage Alte Lay durch. An der Nahe gelang dem Weingut Theo Enk aus Dorsheim ein echter Doppelsieg: Steffen Enk stellte sowohl den besten trockenen Riesling als auch den besten Weiß- beziehungsweise Grauburgunder. In der Pfalz und in Rheinhessen wurden jeweils fünf Kategorien prämiert, an der Mosel gleich drei – inklusive des überregionalen Siegersekts, der laut Landwirtschaftskammer in diesem Jahr ebenfalls von der Mosel kommt, vom Weingut Hansjosten aus Longuich.

Die rheinhessischen Sieger wurden übrigens nicht im klassischen Festsaal gefeiert, sondern beim Weinfestival „wine2gether“ im Mainzer Club Roxy. Vize-Kammerpräsident Eberhard Hartelt überreichte dort gemeinsam mit der rheinhessischen Weinkönigin Sophia Heidenreich die Urkunden.

Was das für uns am Mittelrhein bedeutet

Diese Auszeichnung ist mehr als eine Urkunde fürs Regal. Sie zeigt, wofür unsere Region steht: Steillagen, die man nicht einfach nebenbei bewirtschaftet, sondern mit Geduld und Handarbeit. Wer das nächste Mal am Rhein entlangfährt und die Weinberge bei Boppard sieht, weiß jetzt: Da oben wächst gerade der beste Mittelrhein-Riesling des Jahres. Vielleicht ein guter Grund, beim nächsten Spaziergang durch den Bopparder Hamm mal genauer hinzuschauen.

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