
Das Mittelrhein-Museum lud am 5. November zum Offenen Atelier mit Kunstwerk des Monats ein – Malen, Kunstgeschichte und Inspiration an einem Abend.
Kennt ihr das? Die Tage werden kürzer, der Himmel über dem Deutschen Eck hängt tief, und am liebsten würde man sich einfach unter die Decke verkriechen. Das Mittelrhein-Museum hat dagegen ein Rezept gefunden, das deutlich schöner ist als eine Tasse Kamillentee: Farbe, Kreativität und ein bisschen Gesellschaft.
Wie die Stadt Koblenz mitteilt, lädt das museumspädagogische Team am Donnerstag, 5. November, von 17.30 bis 19.30 Uhr zum „Offenen Atelier + Kunstwerk des Monats“ ein. Unter Leitung von Dipl. Päd. Carolin Manns entstehen im Malraum des Museums Dioramen und Mixed-Media-Landschaften. Wer jetzt denkt, man brauche dafür ein Kunststudium: Die Inspiration liefert ganz konkret die aktuelle Sonderausstellung „Weit draußen“ mit Werken des Leipziger Künstlers Markus Matthias Krüger.
Neben dem praktischen Teil gibt es auch einen Blick zurück in die Kunstgeschichte. Laut Mitteilung der Stadt Koblenz stellt Peter Paul Pisters M. A. das „Kunstwerk des Monats“ vor: Karl Schmidt-Rottluffs farbenprächtiges „Atelier-Interieur mit Fingerhut“ aus dem Jahr 1937. Wer die Dauerausstellung „Klassische Moderne“ im Mittelrhein-Museum kennt, weiß, dass dieses Gemälde dort gemeinsam mit Emil Noldes „Am Rhein“ aus dem Jahr 1906 hängt – zwei Werke, die zeigen, wie unterschiedlich Künstler mit Licht und Landschaft umgegangen sind.
Das Format verbindet also zwei Dinge, die eigentlich gut zusammenpassen: selbst gestalten und sich erklären lassen, was andere vor einem schon gestaltet haben. Wer selbst zum Pinsel greift, bekommt direkt den passenden Kontext mitgeliefert.
Die Teilnahme kostet nach Angaben der Stadt Koblenz acht Euro, ermäßigt vier Euro. Darin enthalten sind sowohl der Museumseintritt als auch das komplette Material für den Malraum. Man muss also nicht erst durch die halbe Stadt fahren, um sich Farben und Papier zu besorgen – alles liegt bereit, sobald man die Tür des Mittelrhein-Museums hinter sich schließt.
Der November hat keinen besonders guten Ruf, das wissen wir alle. Aber vielleicht ist genau das der richtige Moment, um mit den eigenen Händen etwas Buntes zu erschaffen, während draußen der Nebel über dem Rhein liegt. Ein Abend im Malraum, ein paar neue Farbkombinationen auf der Leinwand, dazu ein Stück Kunstgeschichte zum Mitnehmen – das klingt nach einem soliden Plan für einen Donnerstagabend im Spätherbst.
Wer das nächste Mal am Mittelrhein-Museum vorbeikommt, hat jetzt vielleicht eine neue Idee für den eigenen Kalender. Und sei es nur, um zu sehen, was aus Dioramen und Mixed-Media-Landschaften werden kann, wenn man ihnen einen Abend Zeit gibt.






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